5. August 2009

Besteigung des Fuji-san

Nach unserem eintägigen Aufenthalt in Yokohama haben wir uns am 21.7. auf den Weg nach Fujinomya gemacht. Diese relativ kleine Stadt liegt südwestlich des Mount Fuji und sollte für drei Tage unser Basislager für die Besteigung des höchsten Berges in Japan darstellen. Das Fujikyo Hotel, wo wir ein Zimmer reserviert hatten, war zwar nicht gerade ein Nobelhotel, aber im großen und ganzen war es OK und vor allem lag es günstig direkt am Bahnhof. Nur wozu in einem Nichtraucher-Zimmer zwei Aschenbecher standen habe ich bis heute nicht verstanden. Abends haben wir uns im Supermarkt mit Proviant für unsere geplante Wanderung eingedeckt... Brot, Wurst, Käse, Schokoriegel, Getränke und eine Flasche Sauerstoff. Auf über 3000m soll die Luft ja schon mal dünn werden. Am nächsten Morgen sind wir mit dem Bus, welcher direkt am Bahnhof hielt, bis auf 2400m zur so genannten 5. Station gefahren und von da an geht es auf 3776m zu Fuß. Die Wanderwege waren gut ausgebaut und es waren auch relativ viele Leute unterwegs. Mit der Höhe wurde es deutlich kälter und so haben wir ab ca. 2800m auch Jacke, Mütze und Handschuhe gebraucht. Für die Kälte haben vor allem ein recht starker Wind und dichter Nebel gesorgt. Wir sind am ersten Tag bis auf 3400m (9. Station) gegangen und haben dafür ca. 6 Stunden gebraucht. Da wir ohnehin auf der Hütte übernachten wollten, haben wir uns für den Aufstieg viel Zeit gelassen. Auf der Hütte haben wir uns erstmal eine warme Nudelsuppe gegönnt, aber da wußten wir auch noch nicht, daß wir uns mit unseren Reserven an Bargeld verschätzt hatten. Die Übernachtung hätte 10000 Yen gekostet, aber wir hatten dann nur noch so ca. 9950 Yen. Der Chef hat sich dann mit 9000 Yen begnügt, was für eine kalte Schlafkoje aber immernoch ziemlich reichlich ist. Da Japaner den Sonnenaufgang vom Gipfel sehen wollen, ist um 2 Uhr wecken angesagt. Und so ging es nach einer kalten und unbequemen Übernachtung raus in die Dunkelheit und den Nebel. Zum Glück hatte der Wind deutlich nachgelassen, aber dafür fing es hin und wieder an zu regnen. Die Temperatur lag bei ca. 5°C. Für den restlichen Aufstieg haben wir uns einfach an eine größere Gruppe rangehängt und es war schon ein beeindruckendes Bild, wie die ganzen Leute im Zickzack den Berg hochklettern, da man ja nur die Lampen gesehen hat. Anstrengend waren die letzten 300 Höhenmeter nicht mehr, da es immer stop and go voranging. Auf dem Gipfel haben wir dann unser letztes Kleingeld in einen Tee investiert. Zu sehen war durch den Nebel leider nichts, weder ein Sonnenaufgang noch der Krater, und so haben wir uns wieder auf den Weg nach unten gemacht. Nach 4 Stunden waren wir wieder auf 2400m und sind mit dem Bus zurück gefahren. Der Fuji-san gilt ja als sehr schüchtern und somit haben wir den Berg in den 3 Tagen die wir dort waren nicht einmal zu Gesicht bekommen. Aber es ist schön mal oben gewesen zu sein und glücklicherweise haben wir uns auch nicht erkältet. Die 5 Liter Sauerstoff haben wir auch alle bekommen, aber es ist schwer zu sagen ob es etwas gebracht hat. Geschadet hat es aber sicher nicht.

Ach ja, der Berg heißt Mount Fuji oder Fuji-san, NICHT Fujiyama. Diese falsche Bezeichnung ist nur ein Übersetzungsfehler!
Einige weitere Bilder findet Ihr im Album, wenn auch wetterbedingt nicht so viele.

Fuji-san

Fuji-san

Fuji-san

Fuji-san

Fotos: © Ray Kippig

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