15. August 2009

Osaka, Kyoto, Himeji und Kobe

Nach unserer Wanderung auf den Mount Fuji haben wir uns am 24.07. auf den Weg nach Osaka gemacht und dieses mal war die Fahrt mit dem Shinkansen auch etwas länger. In Osaka brauchten wir am Automat für die U-Bahn Tickets nur kurz hilflos schauen, und schon wurde uns vom örtlichen Personal geholfen und wir bekamen auch gleich noch einen englischen U-Bahn-Plan und einen kleinen Stadtplan. Das Hotel war etwas anders als die bisherigen, da es sich mehr um ein Appartment-Hotel handelte. Das Zimmer war daher recht groß mit einer kleinen Küche und Balkon, aber es gab keinen Zimmerservice. Für vier Übernachtungen kann man damit aber leben.

In unserem Reiseführer stand, daß es in Osaka, außer der Burg, keine Sehenswürdigkeiten gibt. Aber Osaka ist durchaus eine sehenswerte Stadt. Die Burg selbst ist ein Nachbau aus Stahlbeton, das heißt außen auf alt gemacht und innen ein modernes Gebäude. Aber sowohl die Burganlage selbst als auch die Aussicht vom Hauptturm sind sehr schön. Herausragend war auch das Umeda Sky Building, ein Hochhaus mit zwei Türmen und einer dazwischenhängenden Aussichtsplattform (siehe Foto). Durch Zufall konnten wir an einem Abend das Tenjinmatsuri Festival miterleben. Bei diesem Fest fahren zahreiche Boote und Schiffe auf dem Fluß auf und ab und am Ufer sind unglaubliche Menschenmassen auf den Beinen. Highlight ist aber sicher das Feuerwerk, was alles in allem mehrere Stunden dauert und das Finale stellte alles in den Schatten was wir bisher an Feuerwerk gesehen hatten.

Von Osaka aus sind wir zwei Tage nach Kyoto gefahren, mit dem Shinkansen dauert das nur ca. 20 Minuten. Trotz der Größe gibt es in Kyoto sehr viele historische Gebäude und in diesem Fall sind es auch Wohn- und Geschäftshäuser, nicht nur Tempel und Schreine. Aber auch davon hat Kyoto unglaublich viele zu bieten, alles in allem sind es über 1500 Tempel, und wahrscheinlich fast nochmal so viele Schreine. Übrigens, Tempel sind die heiligen Stätten des Buddhismus, Schreine die heiligen Stätten des Shintoismus. Aus dieser riesigen Auswahl haben wir uns den Chion-in Tempel ausgesucht, welcher mit 24 m Höhe das größte Eingangstor aller Tempel in Japan hat, den Kiyomizudera Tempel, welcher am Berg auf 12m hohen Holzstelzen steht, den Ninnaji Tempel mit einem wundervollen Garten sowie den Kinkakuji Tempel mit einem vergoldeten Pavilion. Fast alle dieser Tempel stammen aus dem 17. Jahrhundert. Besonders gut gefallen hat uns auch der schlichte Steingarten im Ryoanji Tempel. Trotz der vielen Tempel und Gärten die wir besichtigt haben, war jeder einen Besuch wert, denn jeder hatte irgendeine sehenswerte Besonderheit.

Ein weiterer Tagesausflug führte uns nach Himeji. Die Hauptattraktion dieser vergleichsweise kleinen Stadt ist die Burg, welche zwischen 1601 und 1618 errichtet wurde. Sie ist aus einem Holzskelett errichtet, welches bisher alle Erdbeben gut überstanden hat und trotz der Zerstörung von Himeji im zweiten Weltkrieg, blieb die Burg damals fast unbeschädigt. Zur Besichtigung mußte man, wie in den Tempeln und Schreinen, die Schuhe ausziehen. Direkt neben der Burg befindet sich der in den 90er Jahren errichtete Koko-en Garten, ein weiterer wunderschöner, traditioneller Japanischer Garten.

Auf dem Rückweg haben wir einen Zwischenstop in Kobe eingelegt. Unser Reiseführer hat Kobe lediglich eine halbe Seite gewidmet, welcher hauptsächlich einen Hinweis zum Erdbeben im Jahre 1995 enthielt. Außer dem Erdbeben-Denkmal am Hafen, ist hiervon selbstverständlich nichts mehr zu sehen. Aber es gibt natürlich auffällig viele neue Gebäude. Generell ist das Hafengelände mit dem Port Tower, dem Maritime Museum und einem historischen Segelschiff sehr sehenswert, besonders bei Nacht. Sehr schön war auch eine Fahrt mit der Gondelbahn auf den Mount Rokko. Von dort kann man gut die schöne Lage von Kobe erkennen... vorn Meer, hinten Berge. Und der Blick über die Stadt ist wirklich atemberaubend. Die Gondeln kamen mir übrigens aus Österreich sehr bekannt vor, obwohl ich kein entsprechendes Schild entdecken konnte.

Am letzten Abend sind wir noch einmal nach Himeji gefahren. Ein ehemaliger Arbeitskollege aus Japan hatte uns in ein großartiges Sushi Restaurant eingeladen. Die Frische und Zubereitung des Fisches kann man mit dem Sushi in Deutschland in keinster Weise vergleichen und für Sake gilt das gleiche. Einen schöneren letzten Abend hätten wir nicht haben können.
Am nächsten Morgen ging es vom Kansai Airport in Osaka, über Helsinki, zurück nach Berlin. Ich habe so das Gefühl, daß wir nicht das letzte mal in Japan waren.

717 Fotos und 5 Videos später sind nun alle unsere Urlaubsbilder aus Japan hochgeladen. Hier ist der Link zum kompletten Album.

Shinkansen

Osaka

Kyoto

Kobe

Himeji

Himeji

Himeji

Fotos: © Ray Kippig

5. August 2009

Besteigung des Fuji-san

Nach unserem eintägigen Aufenthalt in Yokohama haben wir uns am 21.7. auf den Weg nach Fujinomya gemacht. Diese relativ kleine Stadt liegt südwestlich des Mount Fuji und sollte für drei Tage unser Basislager für die Besteigung des höchsten Berges in Japan darstellen. Das Fujikyo Hotel, wo wir ein Zimmer reserviert hatten, war zwar nicht gerade ein Nobelhotel, aber im großen und ganzen war es OK und vor allem lag es günstig direkt am Bahnhof. Nur wozu in einem Nichtraucher-Zimmer zwei Aschenbecher standen habe ich bis heute nicht verstanden. Abends haben wir uns im Supermarkt mit Proviant für unsere geplante Wanderung eingedeckt... Brot, Wurst, Käse, Schokoriegel, Getränke und eine Flasche Sauerstoff. Auf über 3000m soll die Luft ja schon mal dünn werden. Am nächsten Morgen sind wir mit dem Bus, welcher direkt am Bahnhof hielt, bis auf 2400m zur so genannten 5. Station gefahren und von da an geht es auf 3776m zu Fuß. Die Wanderwege waren gut ausgebaut und es waren auch relativ viele Leute unterwegs. Mit der Höhe wurde es deutlich kälter und so haben wir ab ca. 2800m auch Jacke, Mütze und Handschuhe gebraucht. Für die Kälte haben vor allem ein recht starker Wind und dichter Nebel gesorgt. Wir sind am ersten Tag bis auf 3400m (9. Station) gegangen und haben dafür ca. 6 Stunden gebraucht. Da wir ohnehin auf der Hütte übernachten wollten, haben wir uns für den Aufstieg viel Zeit gelassen. Auf der Hütte haben wir uns erstmal eine warme Nudelsuppe gegönnt, aber da wußten wir auch noch nicht, daß wir uns mit unseren Reserven an Bargeld verschätzt hatten. Die Übernachtung hätte 10000 Yen gekostet, aber wir hatten dann nur noch so ca. 9950 Yen. Der Chef hat sich dann mit 9000 Yen begnügt, was für eine kalte Schlafkoje aber immernoch ziemlich reichlich ist. Da Japaner den Sonnenaufgang vom Gipfel sehen wollen, ist um 2 Uhr wecken angesagt. Und so ging es nach einer kalten und unbequemen Übernachtung raus in die Dunkelheit und den Nebel. Zum Glück hatte der Wind deutlich nachgelassen, aber dafür fing es hin und wieder an zu regnen. Die Temperatur lag bei ca. 5°C. Für den restlichen Aufstieg haben wir uns einfach an eine größere Gruppe rangehängt und es war schon ein beeindruckendes Bild, wie die ganzen Leute im Zickzack den Berg hochklettern, da man ja nur die Lampen gesehen hat. Anstrengend waren die letzten 300 Höhenmeter nicht mehr, da es immer stop and go voranging. Auf dem Gipfel haben wir dann unser letztes Kleingeld in einen Tee investiert. Zu sehen war durch den Nebel leider nichts, weder ein Sonnenaufgang noch der Krater, und so haben wir uns wieder auf den Weg nach unten gemacht. Nach 4 Stunden waren wir wieder auf 2400m und sind mit dem Bus zurück gefahren. Der Fuji-san gilt ja als sehr schüchtern und somit haben wir den Berg in den 3 Tagen die wir dort waren nicht einmal zu Gesicht bekommen. Aber es ist schön mal oben gewesen zu sein und glücklicherweise haben wir uns auch nicht erkältet. Die 5 Liter Sauerstoff haben wir auch alle bekommen, aber es ist schwer zu sagen ob es etwas gebracht hat. Geschadet hat es aber sicher nicht.

Ach ja, der Berg heißt Mount Fuji oder Fuji-san, NICHT Fujiyama. Diese falsche Bezeichnung ist nur ein Übersetzungsfehler!
Einige weitere Bilder findet Ihr im Album, wenn auch wetterbedingt nicht so viele.

Fuji-san

Fuji-san

Fuji-san

Fuji-san

Fotos: © Ray Kippig